Ep. 62: Der nächste Krieg im Nahen Osten | mit Daniel Marwecki
Shownotes
Seit über zwei Wochen bombardieren die USA und Israel Stellungen im ganz Iran und nehmen dabei tausende Tote in Kauf. Doch Europa schweigt – oder stellt sich gar hinter dem völkerrechtswidrigen Angriff. Heute bei Weekly diskutiert Daniel Marwecki darüber, warum Brüssel und Berlin scheinbar gar nichts aus dem letzten Jahr gelernt haben und ob diese jüngste Eskalation ein noch gefährlicheres Nachspiel haben könnte.
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Jacobin Weekly verabschiedet sich damit in eine längere Pause. Wir sind im Herbst wieder zurück mit einem neuen Format, also bleibt gespannt.
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Musik: Kevin MacLeod (Local Elevator) / Lizensiert mit Uppbeat: WNHYXQPDU5IIKDJR
Thumbnail: IMAGO / ZUMA Press Wire
Transkript anzeigen
00:00:00: dass die Mehrhänge von Hormuz stillgelegt werden kann durch iranische Drohnen und Raketen usw.
00:00:05: Dass das nicht einkalkuliert worden ist, ist ja wahnsinnig!
00:00:08: Im Vergleich dazu wirken die Neocons unter Busch wie geniale Strategien.
00:00:12: Wie alt war ich?
00:00:12: sechs oder so was?
00:00:14: Dachte ich, das sind die beklopptesten Leute, die es gibt in der Weltpolitik.
00:00:17: Und jetzt einmal ganz woanders...
00:00:18: Herzlich willkommen bei Jackabin Weekly.
00:00:21: Ich bin Lauren Bahlhorn Chefredakteur von Jackabins.
00:00:24: Seit über zwei Wochen tobt ein israelisch-amerikanisch geführter Luftkrieg gegen den Iran ein Land, das vor wenigen Monaten selbst einen Massenaufstand erlebt hat.
00:00:34: Der in blutiger Repression endete und unter vielen Menschen die Hoffnung geweckt hatte zumindest für eine kurze Zeit dass es eine positive Veränderung in dem Land geben könnte.
00:00:46: doch stattdessen die Menschen in Iran die Chance bekommen die Zukunft ihres Landes und die Politik ihres landes selber zu gestalten und selber an die Hand zu nehmen haben die Machthaber in Tel Aviv und Washington entschieden, dass sie diesen Wandel für Sie herbeibomberdieren werden indem sie führende Regierungsfunktionäre töten.
00:01:03: Und natürlich auch zahlreiche sogar Tausende Zivilisten gleich mit!
00:01:09: All das haben wir irgendwie doch schon.
00:01:11: Drei erlebt in Irak und Afghanistan könnte man sich denken, aber offenbar hat Donald Trump ein zu kurzes Gedächtnis um sich an diese Fehler die er damals sehr stark kritisiert hat zu erinnern und probiert es einfach noch einmal was Könnte diese Krieg für die Region bedeuten?
00:01:28: Was ist das strategische Kalkül dahinter, sowohl in Washington als auch Israel.
00:01:33: Und warum ist die Bundesregierung so völlig unfähig und nicht in der Lage eine eigene Position gegen diesen Völkerrechtswideren-Krieg zu artikulieren?
00:01:42: Darüber werden wir gleich sprechen mit unserem Gast heute Daniel Marwetski Dozent an der Universität Hongkong und auch Autor des Buches Die Welt nach dem Westen.
00:01:52: Eigentlich war Daniel schon vor geraumer Zeit eingeladen, um über den Artikel in neuen Jacobin-Ausgabe zu sprechen.
00:02:00: Allerdings aufgrund der Situation momentan im Iran haben wir uns kursfristig für einen Themenwechsel entschieden.
00:02:08: Dennoch denke ich, dass ihr vieles aus dem Gespräch ziehen werden könntet.
00:02:12: Ich habe auf jeden Fall dabei einiges gelernt!
00:02:15: Doch bevor wir zu dem Gespräch mit Daniel überspringen, habe ich noch ein Hinweis für euch.
00:02:20: Und nein!
00:02:20: Nicht der übliche Hinweis, den ich jede Woche gebe darüber dass ihr uns unbedingt abonnieren solltet sondern ein anderer und zwar dies wird vorübergehenderweise die letzte Folge von Jacob & Weekly sein.
00:02:33: Nein, wir stellen die Produktion nicht ein aber ich gehe in eine längere Pause und komme dann im Herbst zurück mit etwas Neues für euch.
00:02:40: Hört bitte bis zum Ende des Gesprächs um mehr darüber zu erfahren!
00:02:44: Es war mir auf jeden Fall eine Ehre der letzten zwei Jahre diesen Podcast zu hosten und ich freue mich dabei zurückzukommen.
00:02:50: Bis gleich mit Daniel.
00:02:57: Hi Daniel und herzlich willkommen bei Jack-Bin Wheatley.
00:03:00: Hallo Lauren!
00:03:00: Daniel, als wir vor mittlerweile einigen Wochen uns verabredet haben eine Folge diese Woche aufzunehmen war der Plan das wir eigentlich über deinen Artikel in der kommenden Jack-bin Ausgabe sprechen.
00:03:12: doch die Welt hat sich inzwischen oder seitdem quasi weiterentwickelt.
00:03:19: Wir haben jetzt seit zwei Wochen einen Krieg im Iran angezählt von den Amerikanern und den Israelis der massive Umbrüche verursachen könnte sowohl in der Weltwirtschaft als auch in der Politik und deshalb werden wir, müssen wir verständlicherweise über das sprechen.
00:03:39: Deshalb würde ich gern zum Einstieg dich einfach fragen also eine simpler aber doch recht komplexe Frage was war eigentlich das Ziel dieses Angriffs von Trump und Netanyahu?
00:03:53: Glaubst du es gibt so etwas wie ein klares Kalkül dahinter, Trumps Aussagen dazu ändern sich jeden Tag.
00:04:02: Können wir da wirklich eine klare Strategie erkennen?
00:04:06: Eine klare strategie können wir nicht erkennen und du hast recht die Ziele werden immer wieder reformuliert was dazu führen kann dass man einen Exit finden kann weil man hat ja alles einmal als Ziel formuliert.
00:04:18: dann kann man auch alles eben als Gewinn verbuchen wenn man sich dazu entscheidet.
00:04:22: Ich glaube man darf hier nicht allzu sehr den Reden von Trump folgen, sondern muss sich überlegen was die grundlegenden Interessen hier sind.
00:04:29: Seitens der USA seitens Israel.
00:04:32: Die sind überschneidend aber nicht ganz deckungsgleich.
00:04:36: und dann müssen wir einmal in die Geschichte zurückschauen.
00:04:40: das Grund legende Interesse am Golf der USA ist dass es da keine anti-westliche oder feindliche Macht gibt die die Ölausfuren kontrollieren kann.
00:04:49: Das ist das Grundziel.
00:04:51: Dazu hat Gibern Aschkar im Englischsprach-Rinjakob in gerade ein Interview auch gegeben, was ich genau empfehlen würde.
00:04:58: Das ist aber etwas, was eher so konservative Geostrategen sagen, das ist einfach eine materialistische Sicht auf das Interesse am Golf.
00:05:07: Also das ist das eine, dass es so grundlegend historisch ist und nicht neu.
00:05:11: Das Interesse an Pro-Bestchen Iran ist ja älter.
00:05:15: Es geht ja auf den Kuh gegen Mossadeg zurück dreiundfünfzig.
00:05:20: Das ist das eine.
00:05:21: Jetzt ein bisschen zeitnäher, die Israelis und die Amerikaner wollen beide kein Nuklear bewaffneten Iran.
00:05:30: Für die Israelis wäre das... also es würde als existenzgefährdend wahrgenommen werden vermutlich nicht zu unrecht.
00:05:42: und ein nuklierer Iran wäre eben in der Lage, die militärische Gründer ins Israels in der Region zu brechen.
00:05:51: Das ist das zweite was Deckungs... also was auf jeden Fall ein Interesse was Deckung gleich ist zwischen diesen beiden Ländern.
00:05:58: und wo es ein bisschen divergiert ist glaube ich die Frage wie weit es gehen soll in Sachen Regime Change?
00:06:04: Also wenn man sich jetzt Donald Trump anguckt oder die Don Roe, wie er dann so in den Venezuela Kontext vom Litworten ist.
00:06:11: Donald Trump will eigentlich keine Regime Changes mehr machen.
00:06:14: Das war auch ein Wahlversprechen, das weiß besser als ich aber ein Teil des Mager-Versprechens war nicht mehr in diese Forever Wars sich zu versteigern.
00:06:24: Jetzt droht exakt das aber zu passieren im Iran Die die Lösung dieses Problems.
00:06:31: was zu sagen dass man keinen regime change macht aber die regimes die da sind Verändert indem man solche maduro wegnimmt und damit der rothrieges geschäfte macht?
00:06:41: ja ich habe das auch.
00:06:41: der gedanke von von trump hier also trump braucht Also diese rede von einem demokratischen freien iran so wird es verschön ist nicht trams ziel.
00:06:49: Und israel hätte gerne ein regime change?
00:06:53: Wenn es das nicht bekommen kann dann einen iran der so geschwächt ist oder auch in sich im krieg dass er keine Gefahr darstellt.
00:07:00: Also ich glaube, da gibt es vielleicht keine Deckungsgleichheit zwischen diesen beiden Ländern.
00:07:04: Vielleicht das ist mal so als groben Anfang ja?
00:07:09: Aber wenn ich dann nochmal kurz weiterreden darf... Ich glaub' es gibt sozusagen drei Zeiten die man sich anschauen muss.
00:07:17: Drei Zeiten.
00:07:17: Das eine ist die längere also der Kalte Krieg, der Mossadekku, die grannische islamische Revolution.
00:07:27: Die zweite nähere Zeitlinie ist der siebte Oktober.
00:07:30: Mein Gefühl war nach dem Hamas-Angriff, Anschlag dass der Konflikt jetzt in eine existenzielle Phase übergeht und das der Krieg, der in Gaza begonnen hat und im Libanon irgendwann in Tehran enden würde.
00:07:43: Also für mich war es am achten Oktober klar, dass es bis nach TehrAN führen würde.
00:07:49: Das ist sozusagen die zweite Zeitlinie, die näher dran ist und die dritte ist für mich... Die sind die Proteste im Iran im Januar.
00:07:56: Die brutal niedergeschlagen worden sind.
00:07:58: wir wissen auch hier das gerade im Vorfeld vorgespräch erwähnt, es ist sehr unklar genaue Daten aus Iran zu bekommen.
00:08:07: Es ist aber sicher dass Tausende vom Regime niedergemetzelt worden sind und das wirkt nach außen natürlich wie ein Zeichen der Schwäche, dass das Regime jetzt stottert und vielleicht ein guter Zeitpunkt ist eben anzugreifen.
00:08:19: Also ich würde auch manchen Figuren unterstellen, dass sie geglaubt haben, Aber aus der Geschichte weiß man, dass über Luftkampagnen eigentlich reine Luftkompanien noch nie ein Regime ausgewechselt worden ist.
00:08:38: Aber ich glaube ohne die Proteste im Januar hätte man die Chance sozusagen jetzt nicht gesehen.
00:08:43: und dann vielleicht doch.
00:08:44: ein letzter Punkt ist eben diese Maduro-Entführung, die ja von einem militärischen Standpunkt aus sehr gut funktioniert hat.
00:08:52: Und das ist ja exakt das was Trump liebt eine Show amerikanischer militärischer macht viel brimborium ist klappt und es geht schnell und ich glaube dass die fantasie auch da war das nochmals zu machen.
00:09:07: und man darf diesen faktor fantasi auch nicht unterschätzen.
00:09:10: also wir beide erinnern den irak ritz alles in drei was aus dem krieg raus kam weil nicht das ziel der gedanke war ja wirklich dass man aus dem irak ein liberal demokratischen westlichen start machen würde.
00:09:21: ne also ich glaube auch sozusagen muss das materielle Interesse sich anschauen und dass ich jetzt so anschaue, aber man darf den Faktor Fantasie und Ideologie.
00:09:30: Und auch Planlosigkeit gerade bei dieser Administration nicht unterschätzen.
00:09:37: Ja.
00:09:38: Aber das wäre dann meine zweite Frage also die Planloskeit diese Administration daran zweifelig überhaupt nicht.
00:09:47: Ich meine, immerhin hat Trump dann nach dem Start des Angriffs mehrmals ziemlich offen über Regime Change fabuliert sozusagen.
00:09:56: Aber vielleicht auch einfach in der reinen Begeisterung dass der unmittelbare Angriff noch besser liefer als er erwartet hat.
00:10:03: aber wie würdest du das einschätzen?
00:10:05: Es gibt ja viele Diskussionen und Debatten in den letzten Tagen.
00:10:08: wäre eigentlich die Hauptschuld für den Krieg oder nicht, der Hauptschuld.
00:10:12: Aber wer hat das eigentlich netziiert?
00:10:14: Ist es eine netzinive Jahus wo er dann Trump überzeugen konnte mitzumachen?
00:10:19: Also ist es ein Fall von The Taleway in the Dark sozusagen... Weil das finde ich eigentlich eine sehr lange Debatte in internationalen Beziehungen ist, wer da eigentlich die Hose anhört sozusagen.
00:10:35: Und es sieht aus momentan zumindest als hätten zumindest die israelischen Akteure ein bisschen mehr Plan von dem was sie machen?
00:10:45: Ich glaube die meisten Akteuren haben mehr Plan für den was Sie machen als Donald Trump, Pete Hexeth, Rubio und diese Gestalten Na, das zuerst.
00:10:53: Bei dieser Frage von Tailwagging the Dog also meine prinzipielle Position dazu wäre ist dass sich die amerikanische Supermacht ja auch militärisch immer noch die mehr oder weniger unipolare Macht ist seine Politik nicht diktieren lässt von kleineren Staaten vor allem in der geostrategischen Wichtigsten Region der Welt.
00:11:18: und wenn man sich Israel Schlagfähigkeit anschaut.
00:11:22: Israel ist, wenn man es rein militärisch betrachtet eine erstklassige Investition für die amerikanische Rüstungsindustrie.
00:11:29: also was aus dem Geld gemacht wird an militärischer Effizienz bekommen die USA nirgendwo sonst.
00:11:36: und das wäre das erste.
00:11:41: ich würde da immer das amerikanliche Interesse primär setzen gerade dort, wo es so zentral ist.
00:11:47: Es geht ja um nix weniger als um den Zugang zu Öl was nun mal das Blut in den Adern der Weltwirtschaft ist.
00:11:56: Ich glaube da lässt sich eine amerikanische Supermacht nicht sozusagen die Schritte diktieren.
00:12:02: Es ist natürlich schon so dass auch anstelle Beineadministrationen Netanyahu ein Interesse daran hatte gegen den Iran härter und direkt davorzugehen.
00:12:11: Und jetzt ist es so, dass Trump das aber macht, der diese Forever Wars nicht wollte.
00:12:20: Da müssen wir wieder zurückgehen zu den Maduro-Entführungen und dem Erfolg, den Star gab und den Protesten im Januar.
00:12:29: Ich glaube, Trump dachte wirklich, das wäre eine schnelle Geschichte in and out, Schock'n'Or!
00:12:39: Irgendwas.
00:12:39: und dann genau haben sich die ziele verwirklich.
00:12:42: ich glaube wirklich nicht dass sie das was jetzt ist geplant.
00:12:46: Also es ist nicht mal damit gerechnet haben, dass die merke von hummus so stillgelegt werden kann durch iranische drohnen und raketen usw.. Dass das nicht einkalkuliert worden ist ja wahnsinnig.
00:12:59: also Ja und ich meine im vergleich dazu wirken die neocons unter busch wie geniale strategen So, und wir haben uns damals, ne?
00:13:08: Ich dachte, das sind die beklopptesten Leute, die es gibt in der Weltpolitik.
00:13:14: Und jetzt sind wir nochmal ganz woanders!
00:13:16: Das ist wirklich dieses berühmte... eine Geschichte, wie die Geschichte wiederholt sich als Phas.
00:13:21: Sie war zwar damals schon phasen, jetzt ist es ein doppelter Phas.
00:13:23: und die Frage so, wie oft kann Geschichte sich als phas wiederholen bis sie dann wirklich vorbei ist.
00:13:33: Du hattest vorhin gesagt, am achten Oktober war dir ja schon klar dass der Gegenstand bis nach Tehran reichen wird.
00:13:41: Das wollte ich dich auch fragen, ist wie kann man diesen Angriff im Verhältnissetzen zu dem Waffenstillstand in Gaza?
00:13:48: Also wir hatten jetzt zweieinhalb Jahre lang oder zwei Jahre lang... Jetzt ein zweieinhalb Jahre her aber wir hatten zwei Jahre lange einen, kann man sagen Vernichtungskrieg bisher und denkbarer Ausmaßes im Garterstreifen wo zumindest bisher Israel mehr oder weniger unbeschraft unbeschraft davon wegkommen konnte.
00:14:08: Und jetzt eine neue Kampagne, ein paar Tausende oder tausend Kilometer weiter östlich ist es?
00:14:14: Also du hast ja quasi schon impliziert dass das eine strategische Vision ist.
00:14:19: von Netanyahu geht es jetzt darum wie Markus Lanz neulich suggeriert hat um sowas wieder Richtung eines Großisraels.
00:14:30: Ich kann mir vorstellen, dass Markus Lanz mit dieser Spekulation nicht ganz unrecht hat.
00:14:35: Ich glaube es geht darum, dass man militärisch in der Region eben dominant ist und diese Dominanz auch zeigt.
00:14:44: das Problem ist, man kann nicht hegemonial werden allein durch militärische Macht Das kennen wir von Gramsci oder Weber, man kann sagen mit rein Machtmitteln so eine sehr unsichere Stabilität vorübergehend erzeugen.
00:14:57: Aber du eigentlich brauchst eine politische Befriedung der Verhältnisse und sowas wie einen Glauben an die Legitimität dessen was du tust.
00:15:04: Und das heißt in diesem Kontext dass es eine irgendwie politisch geartete Lösung der Israel-Palestiner Frage geben muss also irgendeine Art von palästinensischer Superrenität wie immer dir aussehen mag ja?
00:15:15: Also das europäische idee Die vorgetragene war ja die der zwei Staatenlötung.
00:15:20: Ich glaube, ohne die wird das nicht klappen.
00:15:26: Genau!
00:15:28: Der Krieg würde... Also was am achten Oktober angefangen hat musste meiner Meinung nach in Tehran enden.
00:15:36: Das ist jetzt sozusagen folgerichtig und so etwas wie der letzte Schritt.
00:15:40: Die Frage ist ob er funktioniert?
00:15:44: Genau, also eigentlich schon mit dem siebten Oktober in so eine existenzielle Phase getreten sind und das ist auch jetzt der Fall es auch wenn man aus von der der von der Regierung entheer an aus die Geschehnisse blickt.
00:15:54: Also für das iranische Regime.
00:15:57: Ist dieser Krieg ein Krieg existenzieller Natur?
00:16:00: Und deswegen ist es auch nicht so leicht aus dem Raus zu kommen.
00:16:02: Es gibt ja jetzt die Idee oder die Spekulation, dass Trump irgendwie eine Exit-Strategie suchen wird.
00:16:09: Die Frage ist warum wollen wir die iranische Führung jetzt diesen Krieg aus der Hand geben?
00:16:15: Wo sie ja scheinbar die USA in einer längeren Konfrontation verwickeln können, die sie vielleicht nicht mal verlieren.
00:16:23: Weil für Iran nichts zu verlieren bedeutet das uns Regime überlebt.
00:16:27: Das ist alles und Würde ist höchstwahrscheinlich auch wenn es zu einem oder vielleicht gerade sogar, wenn das seinem botengruppen einsatz Kommen würde.
00:16:37: also ja kurze antwort für mich wäre das sozusagen dass das ende dessen was am achten oktober angefangen hat der gegenschlag sozusagen die frage ist ob und wie das funktionieren Kann.
00:16:52: Also ich hatte das als realistisches out come gesehen Dass man Das machen würde, was im Juni passiert ist.
00:17:01: Also diesen zwölftigen Unikrieg sozusagen etwas die iranischen Kapazitäten reduzieren wie man im Militärjagons sagen würde nur mehr und härter und dass man das alle paar Jahre macht als geringstes Outcome dieses Krieges mit dem sich Trump vielleicht zufrieden geben könnte.
00:17:23: Aber die Befürchtung ist, dass Iran jetzt gar nicht an Interesse hat irgendeiner Art von Exit-Deal zuzustimmen und das es eine lange Geschichte wird.
00:17:33: Und ja mit potenziell schon globalen Folgen.
00:17:39: Dabei ist es auch, sorry jetzt komme ich ein bisschen an der Frage ab.
00:17:42: So eine sehr seltsame Krieg hat er Adam Toos festgestellt.
00:17:45: das ist so einen Krieg über mehrere tausend Kilometer Entfernung der nur in der Luft geführt wird über verschiedene Staaten hinweg ohne Bodentruppen.
00:17:53: Einsatz ja sich glaube aus so einer Art von Kriegsführung ist eigentlich komplett gab es eigentlich auch noch nie so wirklich
00:18:04: und ist vielleicht dabei liefert vielleicht sowas wie eine blau Pause für imperiale Strategie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.
00:18:13: Zumindest für die USA, wo ich mein Trump weiß das wenn amerikanische Soldaten anfangen zu sterben.
00:18:20: Das hat George Dobby Bush sozusagen damals erlebt im Irak dass auch die öffentliche Meinung ganz schnell kippen kann aber solange die Tote auf unsere Seite sozusagen sehr begrenzt bleiben.
00:18:34: Kann man ja auch ganze Städte, ganze Landstreifen in Schutt und Asche legen.
00:18:39: Die amerikanische Bevölkerung ist davon weit weg entfernt und erscheint auch keinen großen Effekt zu haben in den politischen.
00:18:46: Ich
00:18:46: weiß nicht ob es mich überrascht aber es schockiert mich so eine Nachricht wie diese Bombardierung dieser Mädchenschule wo... an die hundertsiebzig Kinder gestorben sind, gleich am Anfang des Krieges durch amerikanische Tomahawk-Raketen.
00:19:03: Dass das etwas ist was zwar dann irgendwie in der Zeitung steht aber dann irgendwie auch so als Koloteralschaden sehr schnell abgetan wird.
00:19:12: und mein Eindruck ist vielleicht höre ich mich dass sowas zu anderen Zeiten einem größeren Skandal geführt hat.
00:19:18: Also es ist etwas wie Milai in Vietnam oder auch das, was der Oberst Klein und der Bundeswehr in Afghanistan gemacht hat.
00:19:24: Dass sowas dann doch stärker skandalisiert worden ist Auch ein moralischer Hinsicht weil es ja ein großes Verbrechen ist.
00:19:31: Und jetzt haben wir uns sehr dran gewöhnt auch im Kontext von Gaza dass da einfach mal zehntausend zwanzigtausend Menschen sterben und dass man das so als Kolotaralschaden irgendwie irgendwie abtut diese ganze Kriegsführung irgendwie nah dran wirkt über Social Media, aber auch doch extrem weit weg ist.
00:19:49: Auch durch Rassismus natürlich!
00:19:51: Aber auch durch andere Mechanismen die ich noch nicht so ganz durchschau, eine unglaubliche Abhärtung.
00:19:57: und das ist das was mir auch nochmal zusätzlich auch bei der deutschen Debatte eine tiefe tiefe Angst macht.
00:20:06: und das hat damit zu tun auch mit dieser Rede von Marco Rubio bei der Sicherheitskonferenz in München, wo er eine zivilisatorische Rede gehalten hat, in der den europäischen Imperialismus gepriesen hat.
00:20:16: Und die Kolonialzeit und die Europäer sind aufgedacht und haben geklatscht.
00:20:20: Und diese Sicht auf die Welt, die dadurch kam aus dem neunzehnten Jahrhundert zu tiefst ethnozentrisch rassistisch imperialistisch offen vorgetragen ohne jedes geheimnis nix überhaupt nicht durch die blume dass das applaudiert worden ist und sogar wahrgenommen worden ist als eine adrückversicherung.
00:20:40: Die amerikaner sind doch auf unserer seite zwar im sinne einer weißen globalen supermatie aber auf unserer Seite.
00:20:46: Und da hat sich glaube ich auch was verändert was eingeschlichen auch in den deutschen discourse an der grausamkeit die genau die rhetorisch weit gediegen ist für die jetzt aufgerüstet wird.
00:21:00: Also wir haben, auch wenn du dir die Geräte natürlich mehr als anguckst, sagen schon eine sehr sehr bellikose Rhetorik in Deutschland.
00:21:07: ja aber noch nicht ganz die militärischen Mittel um das zu realisieren.
00:21:12: Jetzt wird daran gearbeitet nicht die Rhetorie runterzufahren, Diplomatie zu gehen oder zu einer Anerkennung der Welt-Neuordnung sondern es geht darum die militären Mittel der Rhetoric anzupassen.
00:21:26: und Was das in fünf Jahren ... Sagt
00:21:29: er ja auch.
00:21:30: Das sagt der auch, ne?
00:21:31: Es wird aktivst so gesagt.
00:21:33: und was das in zehn Jahren für Deutschland bedeuten mag oder für das Leben in Deutschland oder die Außenliege dieses Landes, das lehrt mich im Echtstand das Fürchten.
00:21:42: Ich würde gleich auch gern durchaus über die deutsche Debatte sprechen aber vielleicht noch eine Frage zu der Situation in der Region.
00:21:50: du hattest vorhin gesagt Krieg gewinnen für die iranische Seite bedeutet einfach dass das Regime überlebt.
00:21:57: Wenn wir jetzt sowohl die Gegenschläge Irans als auch... Wir wissen ja nicht wirklich, was gerade in Iran abgeht.
00:22:06: Internet ist nach wie vor weitgehend abgeschaltet.
00:22:08: Ich weiß nicht, wie es bei dir geht.
00:22:10: Ich spreche jedenfalls kein Persisch und kann da keine heimische Medien verfolgen.
00:22:14: Aber es sieht schon so aus, als würde das Land oder das Regime der Staat sich relativ gut halten in Süden von Lebanon erleben, dass die Hezbollah zwar geschwächt ist aber doch nicht so schlecht darstand militärisch wie man vielleicht vor ein paar Wochen dachte.
00:22:34: Also kann es sogar sein das dieser Krieg aus Sicht Israels ein bisschen nach hinten losgeht?
00:22:38: Dass sozusagen die Anführer also die Achse des Widerstands wieder wie das hieß von Hezbola Assad und Iran doch nicht ganz raus aus dem Spiel ist?
00:22:52: Also ich glaube es ist erstmal sehr, sehr schwer gegen Netzwerkartig organisierte Akteure zu gewinnen.
00:23:00: Es ist auch sehr schwer, gegen Akteur zu gewinnen die eigentlich gar nicht so viel brauchen um eine Drohne zusammenzuschrauben und dass die Houthis Schiffsverkehr lahmlegen können.
00:23:08: das ja eigentlich unglaublich.
00:23:09: Ich meine das ist jetzt kein militärisch besonders beeindruckendes Outfit.
00:23:15: also es ist sehr, einfach gegen Netzwerke zu gewinnen, die eigentlich wie aufständische arbeiten.
00:23:25: Und diese Lehre ist nicht neu – also die USA und die Westen in der Afghanistan haben es nach zwanzig Jahren nicht gewonnen.
00:23:32: Man hat zwanziger Jahre gebraucht um die Taliban zu ersetzen.
00:23:36: auch im Irak konnte man nicht gewinnen.
00:23:38: Also man sieht dass es militärisch sehr schwer möglich ist gegen diese Gruppen Wie Hamas, wie Hisbollah und die Houthis zu gewinnen.
00:23:49: Es braucht eben politische Lösungen für die mir aktuell auch einiges an Kreativität fehlt.
00:23:55: zum iranischen Regime noch kurz man muss ja auch wirklich im Auge behalten dass dies eine regime ist das die eigene Bevölkerung wirklich hemmungslos abschlachtet.
00:24:05: also ein grausames Also ein grausamer Akteur.
00:24:11: Weshalb ich glaube auch der Gedanke, dass das Regime schwach ist jetzt für mich gar nicht immer so weit so fernliegend war.
00:24:20: Das war ja auch diese Sache in Syrien.
00:24:24: man dachte Assad wäre stabil aber es hat sich herausgestellt da ist eine Regime was so stark auf Gewalt beruht doch nicht so stabil.
00:24:34: Das Problem ist, dass die Alternative oftmals auch schlimmer sein kann wie jetzt in Syrien vielleicht sogar auch der Fall oder zumindest es nicht sozusagen freiheitlich demokratisch progressiv sein muss.
00:24:49: Und ich glaube im iranischen fall ist eben auch ein problem das genau das ist sowas wir eine geeinte gegenbewegung gegen dieses regime im Iran nicht gibt Und auch außerhalb nicht.
00:25:03: Es gibt viele Gruppen, die gegen das Regime sind aber die agieren eben nicht zusammen weil sie auch grundlegend divergierende Interessen und Vorstellungen haben.
00:25:10: der nicht noch wirklich aus den aus den Siebzigerjahren Aus den Kämpfen von damals quasi quasi überdauert Überdauern haben.
00:25:18: Aber ja auf jeden Fall dieser iranische Staatsapparat ist extrem gewalt geübt.
00:25:24: Viele seiner Persönlichkeiten sind auch aus dem Iran-Iran Krieger vorgegangen.
00:25:28: Das sind wirklich gestellte Leute Und die Armee des Iran ist auch groß.
00:25:34: Also, wenn man die Revolutionsgarn zusammenzählt mit der offiziellen Armee kommt man glaube ich auf ungefähr sixhunderttausend Leute extremer, interner repressiver Gewaltapparat und das Land ist groß es ist bevölkerungsreich.
00:25:54: Zu glauben, dass man das sozusagen einfach so magisch auflösen kann ist halt wirklich wahnsinnig.
00:26:00: Und das hat mich auch an der deutschen Debatte dann so gestört.
00:26:03: gleich am Anfang wurde so eine Opposition aufgemacht zwischen Wer fürs Völkerrecht ist es auch für das Regime So?
00:26:12: und wer gegen das völkrechtes gegen das regime was quatsch ist weil man Man kann gegen diesen krieg sein und gegen dieses regimen weil man vielleicht auch sehen kann dass dieser kriegt das regime vielleicht gar nicht schwächt, sondern eventuell sogar eher stärkt.
00:26:27: So das könnte ja auch ein mögliches Outcome sein.
00:26:29: dieser Sache also auf jeden Fall klar dass die Protestbewegung des Januar nicht unter einem Bombenhagel bei massiver innerer Repression und Kriegsandrohung der eigenen Regierung in den Bevölkerungen dann entweder an die Paläste stürmt.
00:26:44: Also diese Erwartungshaltung wenn sie auch in Deutschland jemand gehabt haben sollte was ob ich der Fall war.
00:26:50: Es rill mich auch, ich weiß nicht wer das erst mal gesagt hat.
00:26:53: Aber ich kann mich einfach noch zu Irak-Kriegzeiten erinnern ... Dass man oft gesagt hat.
00:27:00: wir haben den Irakern oder Irakis meine ich die Chance weggenommen selber Saddam zu stürzen und selber die Diktatur zu erledigen.
00:27:10: Und es lässt natürlich tiefe Spuren psychologisch aber auch soziopolitisch in einer Gesellschaft wenn durch so einen Eingriff von Außenveränderungen herbeigeführt wird.
00:27:20: Bisher ist jedenfalls noch keine Veränderung zu sehen im Iran, aber lass uns nochmal auf die Weltlage gucken und dann wirklich ein bisschen tiefer reinschauen in Europa vor allem die Debatte in Deutschland, die wir glaube ich beide ziemlich grausam finden.
00:27:37: Aber zuerst würde ich gerne so die globalen Koordinaten abstätten.
00:27:40: Ich meine, du hast letztes Jahr ein Buch herausgebracht Die Welt nach dem Westen mit so einer zentralen These dass sich die USA zunehmend aus der imperialen Rolle zurückzieht oder gar nicht mehr diese Rolle aus ihm kann wie sie das in den letzten achtzig Jahren gemacht hat Dass neue Akteure entstehen.
00:27:55: Wir kennen ja das Spiel China Russland Indien.
00:27:58: Mutipularität ist nichts Neues Aber bei dir war vor allem herausgehoben und interessant ist diese Planlosigkeit, dieser Ahnungslosigkeit der Europäer.
00:28:08: Die nicht mehr wissen was sie tun sollen ohne USA da!
00:28:14: Ich würde einerseits sagen... ich meine du hast selber gerade vorhin gesprochen von einer immer noch unipularen Macht.
00:28:20: also die USA ist vielleicht doch noch wesentlich imperialer als wir vielleicht vor einem Jahr dachten oder auch vor sechs Monaten.
00:28:27: aber diese Planlosenkeit der Europää ist wirklich erstaunlich.
00:28:31: Das hat sich überhaupt nicht verändert!
00:28:33: Diese Planosikkeit und auch diese, ich glaube wasalenhaft habe ich dir vorhin geschrieben, was ja vielleicht nicht das beste Wort ist aber wie schnell sei es Cure Starmer, sei es Friedrich Merz Ich meine, die einzigen, die scheinbar Gartenrückgrät haben in Europa ist irgendwie, also Sanchez aus Spanien natürlich.
00:28:54: Jetzt hat Meloni immerhin gesagt, Italien wird sich an den Krieg nicht beteiligen.
00:28:59: aber trotz aller Zerrüttelungen der letzten Monate und offener Disrespect von Trump, Europa ist nicht in der Lage nicht mal mit einer Stimme zu sprechen Auch so das Mindeste an völkgerechtige Standards, für sie sich angeblich stehen dann gegenüber Trump zur Geltung zu bringen.
00:29:20: Ja ich sage gleich was zu Europa.
00:29:22: kurz zum Begriff oder den Begriffen Unipolarität und Multipularität.
00:29:27: Ökonomisch ist die Welt nicht mehr unipolar, das ist klar.
00:29:31: Und wir können gleich auf die Wirtschaftszahlen von China in den und so weiter angehen.
00:29:35: Militärisch ist es so dass die USA nach offiziellen Zahlen über das dreifache Dessen ausgeben was China ausgibt.
00:29:41: China ist nochmal zwei Sachen militäre Ausgaben.
00:29:44: Die USA sind das einzige Land was global militarisch agieren kann.
00:29:48: Also China kann und will auch aktuell nur seine Nachbarschaft agieren an Russlanden Ukraine.
00:29:54: trotzdem ist es aber so dass sich Donald Trump eben nicht direkt mit Russland und nicht direkt in China anlegen möchte.
00:30:03: Was sozusagen auch ein Zeichen von militärischer Multiplassierung ist, weil man jetzt keinen Krieg über die Kerninteressen, die China hat oder die Russland hat, in der Ukraine oder in Taiwan anzetteln möchte.
00:30:15: Und deswegen vielleicht zu dieser Weg über Venezuela- oder über Iran kleinere Gegner erstmal zu besiegen.
00:30:22: Steven Whirltime Ich hoffe, ich spreche rechtlich aus.
00:30:25: Der das Quince Institute mitleitet in den USA.
00:30:28: Das spricht hier von der Punchdown-Doctrine, die auch Pete Hexeth sehr offensiv formuliert.
00:30:34: Man schlägt sozusagen Gegner niedrig, die kleiner sind als man selbst und das super mit aller militärischer Stärke.
00:30:41: Das ist der Versuch.
00:30:43: Also bei so viel zu militärischen Blick auf diese Uni versus Multiplöritätsfrage.
00:30:49: jetzt zur Europa.
00:30:50: Beginnen wir mit den mit den Outline, das ist schon Petro Sanchez erwähnt.
00:30:54: Ich finde ihn tatsächlich momentan sehr interessant weil er so ein ganz anderes Programm anbietet.
00:31:00: Er war ja auch wirklich glaube ich sehr genervt von der Performance von Merz im Oval Office.
00:31:04: Das sparen jetzt und auch stolz lassen sie nicht auf sich sitzen.
00:31:07: aber wenn du dir Ankuss was er sagt Es ist sehr interessant, er spricht von europäischer Autonomie und dass er bereit ist das Geld was er nicht in die Narte stecken möchte.
00:31:17: In der europäischen Vertreterungsfähigkeit zu stecken.
00:31:20: Er nennt Merz oder seine Vertretern einen Vassalen der keine Ahnung hat.
00:31:25: auch erstaunliche Sprache innerhalb der EU.
00:31:29: Ich finde, Spanien setzt sehr viel stärker auf erneuerbare Energien.
00:31:35: Also in Spanier hat man schon stärker Abschied genommen von der fossilen Welt und ich glaube dass die ja der aktuelle kriegt die aktuelle Krise auch.
00:31:43: ein weiteres Argument also wie viele braucht man noch?
00:31:46: Ein weiterer Argument dafür ist das Öl- und Gaszeit hinter sich zu lassen und massiv in eine Neue Ware zu investieren.
00:31:54: Und ja, ich meine und Spanien bewegt sich auch sozusagen auf China zu.
00:32:01: Auch um Druck gegenüber den USA aufzuwärmen hat der Karten in der Hand ohne jetzt aber irgendwie sozusagen in dieses Multi-Polarity Bricks Ding reinzufallen oder sowas.
00:32:12: Nein, das nicht!
00:32:13: Aber es ist sozusagen der Versuch Europa strategisch autonom zu machen was ja eigentlich die Franzosen auch immer schon wollten oder zumindest gesagt haben.
00:32:22: und jetzt ist es dann vielleicht so wenn die Spanier anfangen wenn die Franzose sagen dass uns aber nicht unser ding und machen das mit.
00:32:27: also man sieht da schon sozusagen eine zweite in europa natürliche übergaser ne?
00:32:31: Also Petrus Sanchez hat ja wenn ich mich nicht wirklich von Genozid gesprochen So, und das ist der Kontrast zu Berlin.
00:32:40: Das könnte
00:32:42: ja gar nicht größer sein.
00:32:44: Also erst mal um das sozusagen so zu observieren auch sozusagen... Auch wenn man das völlig wertfrei observiert, es ist ein großer großer Split in der politischen Wahrnehmung innerhalb Europas.
00:32:56: Und dieses fast schon kriecherische, das habe ich vor allem wahrgenommen bei Marc Rütte den finde ich enorm, den NATO-Generalsekretär hat schon sowas Das ist schon irgendwie beängstigend, wie sehr er sozusagen bei Donald Trump reinkriegt.
00:33:15: Aber ja man hat also dieser Angriff auf Iran der wurde zumindest am ersten Tag erst mal so relativ stark applaudiert.
00:33:24: aber dann hat man auch wieder zurückgerudert und gerade März sagt Dienstag was anderes, also Montag als Mittwoch.
00:33:30: Ich bekomme ihm auch nicht mehr so ganz Folgen.
00:33:31: Er hat ihm vielen ja auch auf, dass dieser Krieg jetzt nicht irgendwie in drei vier Tagen vorbei ist und das es eine globale Energiekrise sondergleichen geben könnte die Deutschland vielleicht erst allerletzter Industrie statt der Welt aktuell braucht.
00:33:46: Also da genau diese These von der Planlosigkeit muss ich leider sagen sehe ich aktuell sehr stark bestätigt.
00:33:55: Also für mich wirkt Spanien aktuell das einzige Land der Regierung mit einem Plan und vielleicht ist es auch so, das ist ein bisschen spekulativ aber ich glaube dass es so ist.
00:34:09: Spanier ist sowas wie der First Mover in Europa, sagen wiederes land.
00:34:14: was du sagst ne?
00:34:16: Das würde man vor dem iPhone oder auf Apple investieren.
00:34:21: Es fängt früh an oder im Vergleich zu Europa, sozusagen nicht früher bei den vielleicht anderen europäischen Staaten.
00:34:26: Es fängt früh an sich auf diese postwestliche Welt quasi vorzubereiten und da kann ich mir vorstellen dass das Spanien doch irgendwie auch innerhalb der EU eine politische Führung des Rollens spielen kann.
00:34:39: natürlich das Zentrum der EU ist sozusagen Berlin ist Paris schon aus ökonomischer Hinsicht aber vielleicht was so dem politischen Weibblick angeht.
00:34:48: Vielleicht geht es daher Richtung Spanier.
00:34:51: Also das sozusagen nur zu deiner These, dass Europa da muss gucken über wen man hier spricht.
00:34:59: Diskussionen sind ja da und auch wenn man sich anguckt was sozusagen zwischen Regierungen und Bevölkerung für einen Dissens auch herrscht, naja auch in Deutschland.
00:35:07: also ich meine die Zahlen sind der Bekannte.
00:35:11: Ein Großteil der Gesellschaft oder der Bevölkerung war vor allem späteren Momenten Gegenwaffen, Lieferungen für den Gaseikrieg.
00:35:21: Ein Großteil hat sich gegen den Iran-Angriff ausgesprochen etc.
00:35:26: Und da merkst du einfach auch das zwischen der politischen Klasse wie man es nennen möchte und der allgemeine Verögerung doch so eine Repräsentationslücke auf jeden Fall herrscht.
00:35:37: Die ist interessant!
00:35:40: Genau und es ist halt bedauerlich, dass dann in diese Repräsentationslücke die AfD vor allem reinstoßen kann.
00:35:46: Auch außenpolitisch übrigens.
00:35:48: Also das ist vielleicht mal ein anderer zu diskutieren.
00:35:51: Punkt genau.
00:35:54: aber die strategische Optimie Europas und auch der Behauptungswillen Europas habe ich eigentlich nur gesehen in der Grönland Frage.
00:36:00: also da hat man sich gewährt weil es da um das eigene Territorium ging.
00:36:05: Aber dann sobald's in den Osten geht dann kickt das, was Rubio in München angekündigt hat.
00:36:12: Dann ist wieder der zivilisatorische Graben geöffnet.
00:36:21: oder siehst du das aus?
00:36:22: Das deutet
00:36:24: doch auf eine recht... Was heißt deutet?
00:36:31: sondern es weist auf eine sehr gefährliche und instabile Periode hin.
00:36:37: weil ich meine du hattest ja gerade gesagt die USA ist halt wirtschaftlich nicht mehr aber militärisch immer noch eine unipolare Macht und eine unhipolare Macht, die ihre Stellung zunehmend auch nur militärisch halten kann.
00:36:51: Also wirtschaftlich aufholen wird USA nicht mehr können denke ich mir.
00:36:55: Ich glaube da hat China bereits so viel Terran sozusagen zwischen den USA geschaffen.
00:37:03: das ist nicht mehr aufzuholen.
00:37:05: Wir haben also eine gewaltbereite unipolare Macht die immer unberechenbarer wird und Bündnispartner oder eine europäische Semipole, der aber nicht in einer Lage ist, eine coherente Opposition dazu zu akzikulieren.
00:37:23: Und dazu Regionalmächte wie China und Russland, die auch nichts dagegen unternehmen könnten – auch wenn sie wollten!
00:37:30: Also eigentlich steuern wir auf wahrscheinlich eine sehr düstere Zeit
00:37:35: geopolitisch.".
00:37:38: Ja, verschiedene Punkte.
00:37:39: Also vielleicht erst mal das was China und Russland in diesem Krieg sehen.
00:37:44: von dem Wollen fangen wir mit China an.
00:37:47: Es wurde ja spekuliert von einigen geopolitischen Strategen, also sagen die Heilkundler der Politikwissenschaft, dass es hier um China geht bei diesen ganzen Kriegen.
00:38:00: Es geht darum wie China von den Ölströmen aus dem Golf abzukappen usw.
00:38:06: Für China ist Iran ein Partner, auf jeden Fall.
00:38:11: Nicht ein Allianzpartner wie im westlichen Sinne.
00:38:16: also militärischer Beistand wurde noch nie versprochen und das wird auch nicht erwartet.
00:38:20: aber Iran ist im sekundären Interesse Chinas und Chinas wirtschaftliche Interessen gehen Auch in der Region über den Iran weit hinaus.
00:38:29: Also Saudi Arabien die Emirate sind wirklich nicht weniger wichtig für chinesische Investitionen als Iran?
00:38:36: Ganz gewiss nicht.
00:38:38: Das heißt, was Russland und die Ölverknappung betrifft Japan und Korea stärker als China.
00:38:47: China hat unendlich große Reserven.
00:38:49: Und dekarbonisiert ohnehin recht fleißig!
00:38:54: Was Russland angeht, Russland wird ja erst mal... Also klar Iran ist natürlich auch ein militärischer Differant für Russland.
00:39:01: Die viele für diesen Schaltdrohnen fliegen in der Ukraine herum.
00:39:05: Andererseits einen hoher Ölpreis.
00:39:07: das ist wie eine Finanzspritze direkt in Putins Arm.
00:39:12: also dieser Krieg kann auch Russland nutzen.
00:39:16: und wenn man es immer so ganz brutal realpolitisch sieht Wenn sich die USA jetzt lange im Iran binden, sozusagen da langsam Niedergerung werden.
00:39:28: Bodentruppen entsenden müssen und wenn dann noch vielleicht Russland und China-Iran unterstützen militärisch also geheimdienstlich wird es schon einiges geteilt vor allem von Russland.
00:39:39: ich glaube von China weiß ich nicht genau weniger aber auf jeden Fall ja ne?
00:39:45: Und wenn dann die beiden unterstützen... Dann könnte es sogar tatsächlich sozusagen der große Suchesmoment für die USA sein.
00:39:53: Also, fifty-six mussten Großbritannien und Frankreich ihre Rolle als imperialer Hegemon im Nahen Osten an die USA abgeben, die zusammen mit der Sowjetunion die Angriffstaaten Richtung Ägypten also aus Britannien, Frankreich, Israel zurückgefiffen hatten.
00:40:11: Und das war ein Krieg, den hatten England und Frankreich militärisch gewonnen, politisch verloren.
00:40:16: Und es kann sein dass sich Vergleichbares auch heute ereignet im Nordosten mit den USA.
00:40:23: also das stimmt die USA haben militärische diese diese Dominanz.
00:40:28: aber die Frage ist auch wie oft man die ausspielen?
00:40:32: Also wie viele Kriege kann man verlieren?
00:40:34: Na, das ist vielleicht so die Frage.
00:40:36: Und Irak, Afghans dann konnte man verlieren.
00:40:39: Gilt es auch sagen für diesen Krieg?
00:40:42: Da kommen wir auf die Ursprungsfrage zurück.
00:40:44: was sind eigentlich jetzt die Ziele und was sind die iranischen Ziele?
00:40:48: Wenn sich die iranesische Ziele geändert haben dass man sagt Wir machen jetzt sozusagen existenziell und für uns kriegt sie das USA aus dem Land Osten verschwinden Dann ist das eine lange Geschichte Die noch gar nicht ausgestanden ist.
00:41:01: Also ich würde immer noch mein Geld darauf verwetten, dass es sozusagen vielleicht kürzer ist.
00:41:06: Das ist vielleicht auch Hoffnung mit drin aber das kann auch anders sein.
00:41:10: Ich möchte da noch was sagen und zwar nachdem Donald Trump ins Amt kam also vor einem Jahr im Januar.
00:41:20: Dann war die Rede ja eher davon Dass man sich diesen endlosen Ringen zurückziehen würde Und das ist auch Marco Rubio Klar gesagt, einem Krieg um die Unipolarität aus dem Weg gehen würde.
00:41:33: Was aus dem Mund an das amerikanische Ausmiss ist etwas völlig Neues auch wahr?
00:41:41: Das war nicht nur eine Fraktion unter mehreren Fraktionen innerhalb des Magalages, also musste da auch vor Design.
00:41:48: aber Donald Trump schien so ein Interesse gehabt zu haben Sondern Zollpolitik an seinen Geschäften, Grünland kann man ja auch kaufen.
00:41:56: Aber nicht unbedingt an diesen militärischen Abenteuern und ich glaube wird das in Venezuela so ein bisschen auf den Geschmack auch gebracht hat.
00:42:05: Und der Trump von Anfang sechsundzwanzig beweist einfach dass man solchen Leuten nie irgendwas glauben oder vertrauen darf weil jetzt doch genau die Kriegsmaschinerie wieder wieder völlig am Laufen ist und eigentlich in dem Moment wo Pete Hexes Minister of Defense in Ministry of War umgedannt hat war eigentlich schon klar, wohin die Reise gehen würde.
00:42:27: Also und das von diesem Blumen ist auch eine brandgefährliche Psychopathen so und das sind die ja diese Entscheidungsgewalt haben.
00:42:35: jetzt also eine extrem gefährliche Zeit.
00:42:37: selbstverständlich und umso wichtiger wäre eigentlich einer Rolle Europas Die eben eine strategische Autonomie Ziffern bereit und auch fähig ist um sich auch aus diesen Wahnsinnigkeiten herausseiten, ohne dass sich jetzt ein besonders gutes Rezept hatte dafür wie die sich multiplarisierende Welt friedlich gestaltet werden kann außer die üblichen alten Sachen von Diplomatie, Völkerrecht und Deeskalation.
00:43:08: Aber ja Donald Trump ich habe ihn auch im Buch bezeichnet als Abstiegsmanager des der westlichen vormacht und das ist er.
00:43:15: und da ist eben das Problem.
00:43:18: Das Management macht er, das können wir nicht vorhersehen.
00:43:20: Wir sind ein Moment der Geschichte wo das Ende dieser Ordnung, die für manche auch sehr gut war und für andere weniger gut verwaltet wird von Donald Trump.
00:43:34: Und es ist so wahnsinnig dass wir den Zugang eines Comedians brauchen um das zu begreifen.
00:43:41: Es ist eigentlich total schwer zu begreifen Aber er ist das, also Erste sagt die Figur, die in die nächste Ordnung überführt.
00:43:49: Man muss halt irgendwie nur beten dass es ohne Weltkrieg vonstatten geht.
00:43:55: Also, aber ja.
00:43:56: Brandgefährlich und es stimmt dass die politischen Klassen auch in unserem Deutschland auf jeden Fall damit überlastet sind, überfragt sind.
00:44:07: Wenn ihr euch Friedrich Merz anschaust das ist jemand der zur Zeit des Kalten Krieges groß geworden.
00:44:13: Das ist jemand für den die westliche vormacht sagen teil wenn es naturell ist.
00:44:18: Das aufzugeben und sich zu überlegen, wie die Welt auch anders aussehen könnte.
00:44:24: Und wie man da hinkommen könnte – einigermaßen unfallfrei!
00:44:27: Diese politische Überlegung ist eigentlich dies nicht im Programm drin, die es nicht einkodiert.
00:44:34: Die ist auch glaube ich im deutschen politischen System oder im medialen System relativ schwer zu vermitteln
00:44:42: Ja.
00:44:42: Die Frage ist jetzt zu spät, weil die Lösung, die ja gerade formuliert wird... ...ist die von militärischem Keynesianismus.
00:44:49: Also einfach viel Geld in die Hand nehmen, aufrüsten und dann irgendwie die Fuß-Geopolitik machen.
00:44:56: Und die Normen und Werte, die man ja angeblich aufrechterhalten hat bis vorgestern,... ...jetzt mal ein bisschen Adagtern zu legen und an die eigenen Interessen zu denken.
00:45:04: Das hätte man das vorher nie getan.
00:45:06: Das ist ja das Rezept!
00:45:07: Und dass es brandgefährlich also da... könnte am Ende sehr gut, sozusagen eine AfD geführtes Deutschland stehen mit einer großen Bundeswehr.
00:45:16: Und ob man da leben möchte weiß ich nicht.
00:45:18: Gut Daniel!
00:45:19: Ich glaube wir können es da belassen.
00:45:21: das war ein starkes Schlusswort.
00:45:25: Vielen Dank nochmal für das Gespräch Für alle Zuhörer.
00:45:30: Daniels Artikel, den wir jetzt gar nicht besprochen haben.
00:45:34: Aber Daniel hat ein Artikel in der kommenden Jacobin-Ausgabe die in zwei oder drei Wochen erscheint tatsächlich dann zum Verhältnis Deutschland Israel und wie die letzten Jahre vielleicht oder vielleicht auch nicht den deutschen Blick auf den Nahen Osten verändern werden kann ich allen empfehlen.
00:45:51: Gut Daniel vielen Dank und bis zum nächsten Mal!
00:45:59: Das war wieder eine Folge von Jakubin Weekly.
00:46:01: Herzlichen Dank an meinen Gast Daniel und natürlich an euch fürs Zuhören.
00:46:06: Wie ich bereits am Anfang der Folge angekündigt habe, dies war voraussichtlich die letzte Folge von Jacobin Weekly nicht für immer allerdings schon für den nächsten Monat.
00:46:15: zum einen weil ich selber eine kleine Pause einlegen werde und weil wir insgesamt als Jacobin im Zuge unseres relaunches neue Podcast-Formate entwickeln.
00:46:25: dazu gehört nicht nur Eine neue Version von Jacob & Weekly, also diesen Podcast wird es auch weitergeben.
00:46:32: Aber auch neue Podcasts mit anderen Gesichtern und anderen Stimmen die vielleicht ein bisschen besser Deutsch sprechen als ich.
00:46:40: Deshalb möchte ich mich bei euch allen bedanken für die letzten zwei Jahre.
00:46:43: Es war mir eine große Ehre damit so vielen tollen Autorinnen zu sprechen Und auch zu wissen, dass so viele von euch den Podcast tatsächlich gehört und gemocht haben.
00:46:55: Ich freue mich dann spätestens im Herbst zurückzukommen in einem anderen Format vielleicht auch mit ein paar anderen Gesichtern dabei aber ich bin mir sicher das es euch zumindest genauso gut wenn nicht besser gefallen wird als diese podcastes getan hat bis dahin.
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